Begegnung

Fröhlich steht der tamilische Verkäufer um viertel vor Acht hinter der  Verkaufstheke einer der Filialen des Grossverteilers, die wie Schwalbennester an Rand auf der lichtdurchfluten, allseits mit Glas geschlossenen Gleisüberführung des Bahnhofs kleben. Ein Geruch morgendlicher Werktagshast liegt in der Luft. Geruch! – Duft ist die falsche Definition für diese  Mischung undefinierbarer Ausdünstungen vorbeihastender und ungeduldig in langen, vor den Kassen wartenden Menschenschlangen, gemischt mit dem Dampf der Selbstbedienungs-Kaffeemaschine, welche in der einen Ecke des Geschäfts vor sich hinzischt .

 „Leiumpfsexig“ – sagt er lächelnd zu mir, als ich die Tüte mit den beiden süssen Brötchen vor ihm auf den Tresen lege. Ein fragender Blick meinerseits provoziert die Wiederholung seiner Aufforderung „Leiumpfsexig“,  unterstrichen mit einer leichten seitlichen Neigung des Kopfes zum grün flimmernden Display der Registrierkasse. „Fr. 3.65“ strahlt es mir, international verständlich, entgegen.

Ich lächle zurück.